Ebenso wie Menschen leiden auch Pferde und Hunde an Gelenkproblemen. Eine solche Erkrankung hat einen großen Einfluss auf die Lebensqualität eines Tieres.

Hauptursachen der Gelenkprobleme bei Tieren

Die Gelenkbeschwerden können bei Menschen sowie bei Tieren durch eine Reihe von Faktorenverursacht werden:

  • übermäßige Gelenkbelastung
  • degenerative Gelenkerkrankung
  • entzündliche Reaktionen
  • Gelenkverletzung
  • Gelenkentwicklungsstörungen
  • natürliche Alterung 
sipka.jpg

Bei übermäßiger Gelenkbelastung kommt es zum Abbau der Hyaluronsäure. Sie wird jedoch wiederum durch die Tätigkeit der Zellen im Knorpel aufgefüllt. Mit zunehmendem Alter sinkt die Fähigkeit dieser Zellen Hyaluronan und sonstige notwendige Stoffe in genügender Menge zu produzieren.

Degenerative Erkrankungen und Entzündungsreaktionen haben auf den Knorpel denselben Einfluss wie mechanische Überlastung. Sie unterstützen den Abbau der Hyaluronsäure. Ebenso wie bei zunehmendem Alter ist auch bei Knorpelschädigung die Fähigkeit zur Säurebildung stark beschränkt bzw. nicht mehr vorhanden.

Zu den Entzündungssymptomen gehören:

  • Gelenködem
  • Lahmen
  • Schmerzhaftigkeit
  • erhöhte Temperatur im Gelenkbereich

Knorpelabnutzung

Der Gelenkknorpel hat eine sehr interessante Funktionsweise und kann die biomechanische Belastung abfangen. Das Knorpelgewebe besitzt eine enorme hydroelastische Kraft, die seine Form erhält und seine mechanische Festigkeit sichert. Der Knorpel funktioniert praktisch wie ein Pilz. Bei Druck wird Wasser aus dem Knorpel verdrängt, im Ruhezustand geht das Wasser mit einer gewissen Menge von den in der Gelenkschmiere enthaltenen Stoffen zurück in das Gewebe. Neben den Stoffen zur Wiederherstellung der Knorpelstruktur sind es auch Stoffe mit Fetteigenschaften, die den Knorpel gleitfähig machen. Dieser Effekt ist auch für die Ernährung der Knorpelzellen und die Abführung von Abfallstoffen von Bedeutung, weil die Knorpelzellen nur durch Diffusion ernährt werden.

kapsulitida.jpg

Gelenkerkrankungen und Arthrosebehandlung bei Hunden

Zu den häufigsten Ursachen des Lahmens bei Hunden gehören Entwicklungsstörungen und degenerative Erkrankungen von Gelenken, die bei kleinen und bei großen Hunderassen auftreten können. Die Osteochondrose ist die häufigste Gelenkentwicklungsstörung.

Weitere sehr schwere Erkrankungen sind die Hüftgelenkdysplasie (HD), die Ellbogengelenkdysplasie (ED) und die Patellaluxation. Zu den primären degenerativen Gelenkerkrankungen bei Hunden zählt die Arthrose.

Osteoarthritis bei Pferden

Der entzündliche Prozess führt zum Abbau der Hyaluronsäure in der Gelenkkapsel, wodurch es zur Reduzierung ihrer Menge und der Molekülmasse kommt. Dies beeinträchtigt die viskoelastischen Eigenschaften der Gelenkflüssigkeit (die Gelenkflüssigkeit wird dünn und kann die Stöße nicht mehr wirksam dämpfen). Die mechanische Funktion dieser Flüssigkeit, die Schmierung des Gelenkknorpels und die problemlose Bewegung, wird eingeschränkt. Der Knorpel verliert seine Elastizität, seine Oberfläche wird rau und weniger druckbeständig. Dann kommt es zur mechanischen Beanspruchung und zur Schädigung des Gelenkknorpels (auf seiner Oberfläche entstehen unregelmäßige Risse) und zur Entwicklung eines Dauerschadens des Knorpels (Osteoarthrose). Sobald der Knorpel auf diese Weise geschädigt ist, verliert er seine Regenerationsfähigkeit. Durch frühzeitige Therapie ist es jedoch möglich, die Progression der Erkrankung zu mildern oder aufzuhalten.

Wie kann man Gelenkprobleme bei Tieren bekämpfen?

Da der Körper mit zunehmendem Alter immer weniger Hyaluronsäure produziert, ist die beste Lösung der Gelenkprobleme die künstliche Versorgung des Organismus mit Hyaluronsäure. Es gibt hierfür mehrere Methoden. Früher wurde Hyaluronsäure direkt in das Gelenk injiziert. Später wurde Arzneimittel Bonharen intravenös injiziert und in der letzten Zeit wird zunehmend das Nahrungsergänzungsmittel Geloren verabreicht. Mithilfe dieser Präparate kann man den Organismus mit der fehlenden Menge an Hyaluronsäure versorgen oder die Produktion direkt im Organismus unterstützen. Dadurch können Gelenkbeschwerden wirksam vorgebeugt und behandelt werden und der Körper wird nicht durch Chemikalien belastet.

Die aktiven Bestandteile von Geloren gehören zur Stoffgruppe der SYSADOA (früher Chondroprotektiva), d. h.  "symptomatisch langsam wirkende Arzneimittel bei Osteoarthrose". Obwohl bei einigen Patienten ein relativ schneller Wirkungseintritt zu beobachten ist (ca. 14 Tage), kommt es in der Regel erst nach einigen Wochen zur Verbesserung der Gelenkbeschwerden. Aus diesem Grund empfiehlt man, Geloren in Form einer Kur zu verabreichen.

Die Verabreichung dieses Produkts allein reicht jedoch nicht, falls ein Tier an einer infektiösen Arthritis leidet, die durch Bakterien (Streptokokken, Borrelien) oder Viren (Herpes, EB) verursacht wurde, oder falls seine Gelenke von einer Autoimmunreaktion des Organismus betroffen sind (Reaktion auf Pathogene, Impfstoffe und Arzneien). Den Zustand der Gelenke beeinträchtigt auch eine Glutenallergie. Bei der Therapie der Gelenkerkrankungen muss man sich daher primär am Erreger/der Ursache der Krankheit orientieren. Die richtige Diagnose durch den Tierarzt ist daher die Grundlage einer erfolgreichen Behandlung der Gelenkerkrankungen bei Tieren. 

 

Zitierte Studien:

[1]: Fölsch, U.R., Kochsiek, K., Schmidt, R.F. a kol. (2003). Revmatická onemocnění. In Patologická fyziologie. Grada Publishing a.s., Praha. ISBN: 80-247-0319-X. 425-443
[2]: Jalenti A, Di Rosa M. Hyaluronic acid modulates acute and chronic inflammation. Agent Actions 1994; 43: 44-47.
[3]: Du Souich, P. (2014). Absorption, distribution and mechanism of action of SYSADOAS. Pharmacology & Therapeutics.
[4]: Punzi L et al. The influence od intra-articular hyaluroni c acid on PGE2 and cAMP of synovial fluid. Clin Exp Rheumatol 1989; 7: 247-250.
[5]: Presti D, Scott JE. Hyaluronan medicated protective effec t against cell damage caused by enzymatically produced radica ls vs dependent on hyaluronan molecular mass. Cell Bioden Fu nction 1994; 12: 281-88.
[6]: Craemer P et al. Intra-articular hyaluronic acid in OA of the knee: an investigation of mechanism of action. Oteoarthri tis Cartilage 1994; 2: 1133-1140.